Herzen, Rastalocken und Hooligans

Lesedauer 3 Minuten

Stand: 5. Januar, 2021

Wer Querdenker liest, denkt an seltsame Gestalten

Sind Querdenker seltsame Gestalten? Oder gar Rechtsextreme? Die Giga-Demo der Querdenker in Düsseldorf fand am am Nikolaus-Tag statt und verlief weitgehend friedlich. Im Rheinpark in Golzheim fanden sich ca. 1200 Teilnehmer[1] zusammen.

Die ersten Querdenker, die mir begegneten, trugen Weihnachtsmützen auf dem Kopf und Herzchenluftballons vor sich her. Die Demonstranten waren zu einer Veranstaltung gegen die Corona-Maßnahmen in Düsseldorf gekommen. Bei grauem Himmel und Nieselregeln lauschten sie nahe des Rheins stundenlang auf durchgeweichtem Boden den Reden, welche in eine Art Unterhaltungsprogramm eingebettet waren. Die Stimmung war heiter: Winkende Hände, laute Rufe und spontane Tänze erwärmten die Demonstrationsteilnehmer.

Fremdkörper

Doch zurück zum Anfang.

Auf dem Weg zur Bühne liefen wir durch den Park und wurden alsbald von Polizisten aufgehalten:

Herzlich willkommen

Hinter uns marschierte ein Trupp schwarz-vermummter Männer, von Polizisten eskortiert. Meine Begleitung merkte umgehend an, wie fremd und merkwürdig diese Gruppe auf sie wirke. Die – wie wir später erfuhren – Hooligans wurden durchgelassen.

Einige Minuten später durften auch wir passieren. Angekommen im Bühnenbereich erkannten wir den Trupp wieder: Die wenig freundlich wirkenden Männer wurden von den Polizisten ca. 50 Meter entfernt der Bühne abgestellt. Der Großteil der Demonstranten stand vor der Bühne und hatte damit die Demonstranten der “etwas anderen Art” im Rücken.

In der ersten Stunde der Demonstration drehte ich mich mehrfach nach hinten um das Geschehen zu beobachten. Die Anwesenheit der Hooligans im Rücken: Die sprichwörtliche Gefahr im Nacken konnten meine Begleitung und ich spüren.

Veranstalter distanzieren sich klar

Die Veranstalter auf der Bühne distanzierten sich klar und deutlich von den Hooligans. Spätestens als einige von Ihnen auf die Bühne zumarschierten und ein Plakat in die Höhe hielten, hieß es von der Bühne in Richtung der Ordnungskräfte:

Liebe Polizei, diese Vermummten sind keine Menschen, die man auf einer Demonstration sehen möchte. Sie gehören nicht zu uns. Bitte machen Sie ihre Arbeit und beschützen uns.

Zu einem späteren Zeitpunkt wurde die Gruppe auch konsequent durch die Polizei von der Demonstration entfernt. Krawall oder größere Störungen hatten sie tatsächlich bis dahin nicht veranstaltet.

Die Kritik an den Corona-Maßnahmen

Die Redner, darunter Michael Ballweg, Samuel Eckert und Bodo Schiffmann, sprachen die unter den Querdenkern durchaus bekannten Kritikpunkte bezüglich der Maßnahmen und auch den Grundlagen der Pandemie an. Dazu zählen die Fragwürdigkeit des PCR-Tests, der Nutzen von Masken, die Gefahren der kommenden Impfung sowie die gesellschaftliche Spaltung, die das Land in immer aggressivere Bahnen lenkt.

Kreativer Protest: Kritik an der Maskenpflicht auf der Maske

Immer wieder fanden die Redner auch Mut machende Worte, gaben sich zuversichtlich für eine friedliche, gerechtere Zukunft, in der unsere Grundrechte geschützt und respektiert werden. Passend dazu legten die Veranstalter einen Klassiker der Friedensdemonstrationen auf: Freiheit von Marius Müller Westernhagen. Auch Live-Musik in Form von maßnahmenkritischem Rap erheiterte die Zuschauer.

Großes Gelächter durchzog die Menge, als einer der Redner die dutzenden Polizeiwagen, die Wasserwerfer sowie den Räumungspanzer, welche die Veranstaltungsfläche absicherten, wie folgt kommentierte:

Jetzt fehlt nur noch, dass Flinten-Uschi ihre nicht fahrfähigen Panzer dazustellt.

Bunte Mischung

Die Demonstranten lassen sich so subsumieren:

Anhand des Beifalls für die Redner kann man feststellen, dass sie sich den Corona-Maßnahmen gegenüber kritisch positionieren und die Wahrung der Grundrechte fordern. Politische, Religiöse oder gar extremistische Tendenzen ließen sich nicht festmachen. Vereinzelt gefundene Teilnehmer mit Rastalocken oder Irael-Fahnen lassen vielmehr den Rückschluss auf Vielfältigkeit zu und passen nicht so recht in ein Bild, das große Medien unisono verbreiten:

Auch an Weihnachtsstimmung fehlte es nicht, wie diese Aufnahme zeigt:

Quellen

[1] https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/querdenken-demo-in-duesseldorf-polizei-kesselt-hooligans-ein_aid-55016515

Weiterführendes:

Wie leisten Deutsche demokratischen Widerstand?

Artikel zur Demo auf corodok.de

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